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Presse:
09.12.2005 Fernand Boden: "Mehr Luxemburger in Die Privatwirtschaft!"
09.12.2005 Keine Bange vor Zukunft des Mittelstands
Fernand Boden: "Mehr Luxemburger in Die Privatwirtschaft!" Index
Der Arbeitskreis Wirtschaft (AKW) aus Luxemburg hatte am vergangenen Mittwoch zu seiner traditionellen Weihnachtsfeier in die Räumlichkeiten des Weinmuseums in Ehnen eingeladen.
| Erschienen: | 09.12.2005 / Tagesblatt |
| Author: | Carlo Kass |
Der Arbeitskreis Wirtschaft e.V. ist eine freiwillige Vereinigung vornehmlich mittelständischer Unternehmen sowie Angehöriger freier Berufe und wurde im Jahr 1982 im Saarland gegründet.
Vor drei Jahren entschied man sich, einen luxemburgischen AKW zu gründen. Bei der Gründungsversammlung hatten sich 40 Unternehmen, Vereinigungen oder Privatpersonen eingefunden und etwas später waren es schon 51 Mitglieder. Heute sind 61 Firmen mit über 18.000 Mitarbeitern eingeschrieben.
"Für das kommende Jahr hat sich der Verwaltungsrat als Aufgabe gegeben, neue Mitglieder vor allem aus dem Handwerk zu gewinnen. Aus diesem Grund werden wir mit der Handwerkskammer eine gemeinsame Veranstaltung organisieren", so AKW Präsident René Rausch in seiner Begrüßungsrede, ehe er das Wort an den Gastredner und Mittelstandsminister Fernand Boden weitergab.
Der hob wie so oft den Stellenwert des Mittelstands in der luxemburgischen Wirtschaft hervor, der aus etwa 15.000 Betrieben besteht, davon allein 4.127 Unternehmen im handwerklichen Bereich.
Fernand Boden bedauerte, dass fast 80 Prozent der luxemburgischen Sekundarschulabgänger in den Staats- oder Gemeindedienst treten. Die öffentliche Funktion müsse teilweise für Ausländer eröffnet werden, dann würden vielleicht wieder mehr Luxemburger in die Privatwirtschaft gehen, so die Milchmädchenrechnung des Luxemburger Ministers, der mit Abstand die meisten Dienstjahre auf seine Person vereint.
Pflichtbewusst ging er denn auch auf den für kommendes Jahr vorgesehenen 5-jährigen Aktionsplan für den Mittelstand ein, in dem nicht weniger als 200 Maßnahmen fiskalischer administrativer und wirtschaftlicher Natur enthalten sind. Die Vereinfachung der Verwaltung ist eine weitere Priorität der aktuellen Regierung, die übrigens auch von Wirtschaftsminister Jeannot Krecké tatkräftig unterstützt wird.
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Keine Bange vor Zukunft des Mittelstands Index
Vielen Betriebsgründungen stehen zahlreiche Pleiten gegenüber
Minister Fernard Boden beim „AKW Luxemburg“
| Erschienen: | 09.12.2005 / Luxemburger Wort |
| Author: | Andreas Holpert |
Luxemburg ist in Sachen Betriebsgründungen im Verhältnis zu der Zahl der bestehenden Unternahen Spitze in Europa. Allerdings belege das Land auch einen der vorderen Plätze, was die Pleiten angeht. Das erklärte der Mittelstandsminister Fernard Boden am Mittwoch im Rahmen eines Vortrags vor den Mitgliedern das "AKW Luxemburg" (Arbeitskreis Wirtschaft).
Ein Großteil der Insolvenzen finde im Handel und im Bereich Horeca (Hotel- und Gaststättenverband) statt, so der Minister weiter. Wesentlicher Grund sei ein häufiger Wechsel der Eigentümer. IM Handwerk – vor allem in den Bereichen mit Meisterbrief – seien die Überlebenschancen sehr gut. Als problematisch bezeichnete Boden, der auch Minister für Tourismus , Wohnungsbau, Landwirtschaft und Weinbau ist, die organisierten Pleiten.
Die Zahl der Pleiten sei jedoch zu relativieren: „Wo gehobelt wird. Fallen Späne“. Meinte ein AKW-Mitglied. Im Klartext: Gibt es viele Neugründungen, dann steigt das Risiko, Pleite zu gehen. Eine Anpassung des Insolvenzrechts sei dringend erforderlich, meinte der Minister mit dem Hinweis darauf, dass diese Thematik ein wesentlicher Aspekt eines nationalen Aktionsplans sei, Dieser befinde sich gerade in der Ausarbeitung. Er soll im Sommer kommenden Jahres in Kraft treten und fünf Jahre gelten.
Ziele des Aktionsplans, der viele Facetten habe, sei ein verbessertes wettbewerbsfähiges Umfeld, so Boden. Zu den wichtigen Punkten dieses Plans gehöre auch eine Reform des Niederlassungsrechts, eine Optimierung der fiskalischen Rahmenbedingungen sowie der Finanzierungsmöglichkeiten. Auch ein Abbau bürokratischer Hürden sei eine wichtige Aufgabe.
In dem Aktionsplan finde vor allem der Mittelstand mit seinen speziellen Problemen Berücksichtigung, so der Minister. „Fiskalische Anreize dürfen nicht nur den Großen vorbehalten bleiben“, sagte Boden. Die Existenz eines eigenen Ministeriums für den Mittelstand sei von Vorteil, wenn es um die Interessen einer bestimmten Gruppe gehe.
Die Bedeutung des Mittelstands für die luxemburgische Wirtschaft und den Beitrag zur Beschäftigung im Land unterstrich der Minister mit folgenden Fakten: Etwa 15.000 Betriebe zählen zum Luxemburger Mittelstand. Rund 135.000 Menschen – 40 Prozent der Gesamtbeschäftigung – arbeiten im Handel, Handwerk oder im Horeca-Sektor. Dem Minister ist um die Zukunft des Mittelstands in Luxemburg nicht Bange. Wenn die makroökonomischen Umstände stabil bleiben – wovon Boden ausgeht -, gebe es keinen Anlass zu Sorge
Fehlende Risiko-Mentalität in Luxemburg
Boden nahm auch Stellung zum Thema Förderung das Unternehmergeistes. „In Luxemburg gehlt es an Risiko-Mentalität“. Sagte der Minister. Die Regierung versuche mit verschiedenen Kampagnen, den Mut zur Gründung einer eigenen Firma zu erhöhen. Um die Wirkung zu verstärken, kann sich der Minister auch einen Preis für erfolgreiche Unternehmen vorstellen. In der Öffentlichkeit müsste viel mehr Lob ausgesprochen werden, meinte Boden.
Der AKW ist eine noch junge Organisation – 2003 gegründet. Über Zuspruch kann sich der Kreis offensichtlich nicht beklagen. Nach den Worten von Präsident René Rausch stieg die Zahl der Mitglieder im laufenden Jahr um 19 Prozent auf über 60 mittelständische Unternehmen: 12 waren es bei der Gründung. Der Verband lebe den Netzwerkgedanken, so Rausch. Ziel sei die Förderung von Kontakten innerhalb der Großregion. Der Austausch fördere die Geschäftstätigkeit der Mitglieder, sagte der Präsident.
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